Kultur

Oratorienklänge im Hochchor

Mit einem Oratorium im Musikstil der Renaissance überzeugte das Vokalensemble «Profeti della Quinta» in der Klosterkirche Muri.

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Die alttestamentarische Geschichte von Joseph und seinen Brüdern kam bei diesem speziellen Konzert im Hochchor der Klosterkirche Muri zur Aufführung. Dabei war es etwas schade, dass zu der Aufführung am Samstagabend rein von der Anzahl her gesehen, das Publikum etwas bescheiden ausfiel, denn was an diesem Abend musikalisch geboten wurde, war einmal mehr einfach ganz besonders und durchaus überzeugend.

Musikalisches Handwerk der Renaissance
Der israelische Komponist Elam Rotem (*1984) komponierte nach der biblischen Vorlage ein Drama in drei Akten und setzte das Werk dabei für fünf Stimmen, Instrumente und Basso continuo. Besonders ist dabei auch, dass sich Elam Rotem der hebräischen Sprache bedient, welche für die Ohren des Publikums ganz bestimmt nicht vertraut, aber überaus faszinierend klang. Ebenfalls ist zu dem Werk zu bemerken, dass es ganz im Kompositionsstil der Renaissance und der damaligen Praxis gehalten ist.
Dies ist überaus bemerkenswert und macht diesen Stil alter Musik für das Publikum auf eine ganz andere Art und Weise erlebbar und nachvollziehbar. Dabei ist allerdings festzuhalten, dass Elam Rotem in seiner Komposition nicht einfach Musik aus vergangenen Zeiten rekonstruiert, sondern einfach im Stil und Geiste ein ganz neues und sehr mitreissendes Stück komponierte, das sich der musikalischen Technik des Frühbarocks bedient.
Der Klang und das Zusammenspiel des schweizerisch-israelische Vokalensemble, das dabei entstand, war für die BesucherInnen sehr ergreifend und mitreissend. So hatten sie diese Art von Musik bestimmt noch nie erlebt.

Der Klang der Sprache
Überaus faszinierend an der Aufführung in Muri war nicht nur das perfekte und überaus ausgewogene gemeinsame Musizieren der MusikerInnen, sondern vor allem auch der Klang der hebräischen Sprache. Sie gab der Geschichte von Josef und seinen Brüdern eine zusätzliche Tiefe und selbst wenn man die Worte nicht verstand, konnte man sich rein schon vom Klang her wunderbar in die Geschichte hinein versetzen und ging dabei mit auf eine emotionale Reise.
Das Publikum konnte textlich das Konzert wohltuend begleiten, denn einerseits stand eine Übersetzung auf Deutsch zur Verfügung und wurde gleichzeitig via Beamer eingeblendet. So wusste man jederzeit, was die fünf Sänger gerade erzählten.
Das Publikum tauchte damit ein in eine ganz spezielle musikalische Welt, die wohl den wenigsten vertraut gewesen sein dürfte, während die erzählte Geschichte wohl die Meisten wenigstens ansatzweise kannten. Überzeugend war an diesem Abend aber nicht nur die sängerische Leistung, sondern auch die InstrumentalistenInnen auf ihren historischen Instrumenten wussten zu überzeugen. Klanglich unglaublich vielseitig brachten sie die nicht ganz einfach zu spielenden Instrumente zum Klingen und legten dabei den musikalischen Boden für die sängerischen Erzählungen. Alles in allem wurde das Publikum an diesem Abend einmal mehr ZeugeIn eines innigen musikalischen Erlebnisses, das perfekt in die Lokalität des Hochchors der Klosterkirche Muri passte.

Bettina Leemann
11. Juni 2017
Bilder: Bettina Leemann

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